Die moderne Mobilität mit Carsharing und Stadtmobil - ich habe sie getestet

Ich bin ja bekanntermaßen ein umweltfreundlicher Mensch. Und so liebe ich jedes Konzept, das für den Umweltschutz ist. Im letzten Jahrzehnt bin ich vorwiegend Bus, S-Bahn, Bahn, Flugzeug, Taxi und Fahrrad gefahren. Das hat aber nichts mit einem "überschwenglichen Umweltschutz" zu tun gehabt, sondern hatte andere augenscheinlichere Gründe. Wer es errät, kann es im Kommentar schreiben ;-)

Seit August diesen Jahres bin ich wieder "mobiler" und überlegte mir, wie ich in Zukunft meine Mobilität gestalten möchte. Es soll umweltfreundlich und günstig sein.

Die erste Überlegung auf ein eigenes Auto verwarf ich sofort wieder:

Erstens habe ich die letzten 10 Jahre keines gebraucht und zweitens ist es nicht umweltfreundlich, wenn es an 4 Tagen in der Woche nur vor der Haustüre steht und kostengünstig somit auch nicht. Zudem habe ich keine Lust mich um die "Nebenwirkungen" eines Autos zu kümmern, so zum Beispiel die Wartung und Pflege, Versicherungen, Steuer, Benzin, Reparaturen und was ein Auto sonst noch alles an Zeit und Geld "frisst". Dann erfuhr ich vom Carsharing mit dem Stadtmobil in Stuttgart.

Meine Erfahrungen mit dem Stadtmobil Carsharing

Martin Brotzler besucht mit seiner Tochter die Zentrale in Stuttgart vom Stadtmobil CarsharingIch habe mich beim Stadtmobil Stuttgart http://stuttgart.stadtmobil.de/ angemeldet und möchte begeistert meine Erfahrungen darüber berichten. Das Stadtmobil ist ein Carsharing-Unternehmen. Hier kann man Mitglied zu einem kleinen monatlichen Betrag zwischen 10 bis 30 Euro im Monat. In der ganzen Region gibt es zahlreiche "Stellplätze" an denen Fahrzeuge vom Carsharing Stadtmobil stehen. Über das Internet via Computer, Smartphone oder per Telefon "bucht" man ein Auto und das auch für kurze Zeiträume so zum Beispiel für eine Stunde zum spontanen Einkaufen. Bezahlt wird dann per Stunde so um die 2 Euro (je nach Fahrzeug mal etwas mehr oder weniger), dabei gibt es Kleinwagen, Kombis, Busse, Transporter und alle möglichen Fahrzeugtypen, sogar ein Cabrio ist in der Flotte.

Stadtmobil Carsharing hat viele unterschiedliche AutosGebucht werden kann theoretisch direkt vor dem Fahrzeug wenige Sekunden vor der Nutzung. Da die Fahrzeuge aber auch oft von anderen Kunden "vorgebucht" sind, empfiehlt es sich, "etwas" zu planen, insbesondere wenn ich einen festen Termin habe, ein Event oder eine Veranstaltung, dann buche ich so früh wie möglich. Wichtig ist bei der Buchung, dass man den Abgabetermin festlegt. Auf keinen Fall auch nur eine Sekunde zu spät abgeben, denn das kostet dann eine Strafgebühr ab 30 Euro. Das ist auch angebracht, denn unter Umständen hat bereits ein anderer Kunde das Fahrzeug gebucht und möchte es pünktlich haben.

Benzin bezahlen muss man übrigens gar nicht. So kümmert es einen überhaupt nicht, wie hoch der Benzinpreis ist. Im Auto ist eine Tankkarte, das Stadtmobil-Unternehmen bezahlt zentral alle Tankrechnungen. Selber bezahlt man pro Kilometer zwischen 16 bis 25 Cent. Eine Fahrt mit 50 km Entfernung kostet also 10 Euro, das ist günstig. Hier sind alle Kosten inklusive, Reifen, Sprit, Wartung, Reparaturen, Versicherung, Steuer, Anschaffung, einfach alles.

Das Stadtmobil ist in meinem Fall sehr viel wirtschaftlicher. Auf diese Weise habe ich im Monat ca. Fahrtkosten zwischen 30 bis 80 Euro, in einem guten Monat auch mal 120 bis 160 Euro. Ein eigenes Auto ist sehr viel teurer. Ich mache mir derzeit sehr oft den Spaß Freunde zu fragen, was sie spontan schätzen, was das eigene Auto im Monat kostet. Die meisten nennen Beträge um die 100 Euro. Das ist aber falsch. Denn alleine schon die Versicherung und Steuer ist oft so hoch. Hinzu kommt der Benzin, die durchschnittlichen Reparaturkosten, Finanzierungkosten oder Ansparbetrag für das neue Auto bzw. die durchschnittlichen Nutzungskosten, desweiteren die Parkgebühren und so weiter. Ich habe schon oft mit Freunden "ihr eigenes Auto" durchkalkuliert und darf hier verraten, ein Auto kostet je nach Größe und Neuwagen / Gebrauchtwagen dann doch im Durchschnitt zwischen 200 bis 500 Euro, meistens so um die 300 Euro an Unterhaltskosten. Punkt. (ohne Anschaffung).

Stellplatz in Waiblingen am Bahnhof vom Stadtmobil CarsharingWer selber mal ausrechnen möchte, ob sich das Stadtmobil für einen selber rechnet, der kann auf der Webseite von http://www.stadtmobil.de/ den Fahrtrechner verwenden.

Ich selber bin sehr begeistert vom Carsharing-Konzept. Ich habe gar keine Lust und kein Verlangen ein eigenes Auto zu besitzen. Ich liebe diese umweltfreundliche moderne Art der Mobilität. Ich bin wirklich restlos begeistert. Und wer etwas vorplant und flexibel ist, der hat seine volle Mobilität ohne Einschränkungen und das zu einem fairen Preis. Man kann jeden Monat neu entscheiden, wie viel man bereit ist für seine Mobilität auszugeben und die Kosten jederzeit selber anpassen, indem man mal mehr oder weniger das Carsharing nutzt. In Verbindung mit dem öffentlichen Ticket der Verkehrsbetriebe (in Stuttgart der VVS oder SSB) einfach unschlagbar.

Meine persönliche Erfahrung mit dem Stadtmobil

Die Handhabung ist sehr einfach, man bucht über das Internet. Bucht man frühzeitig ist sogar meistens genau das Fahrzeug frei, das man haben möchte. Man kann aus einer Vielzahl von Fahrzeugtypen auswählen, so zum Beispiel ein Kleinwagen für den schnellen Einkauf, ein Cabrio für Wochenendausflüge, ein Bus mit 9 Sitzplätzen für einen Gemeinschaftsausflug, ein Kombi für einen Ausflug mit der Familie oder auch Urlaub, ein Elektromobil für flotte Stadtfahrten und so weiter. Das Tolle ist auch, man kann alle Autos ausprobieren. Ich liebe besonders das Elektromobil, das ist so futuristisch, modern, stylisch und flott.

Zum gebuchten Zeitpunkt geht man zum Fahrzeug, zieht eine "Chipkarte" über ein Lesefeld am Fenster (sieht aus wie eine EC-Karte) und schon gehen die Türen des Autos auf. Im inneren ist ein Schlüsseldepot, dort gibt man seinen persönlichen Pincode ein und schon geht es los. Kommt man wieder zurück, steckt man den Schlüssel in das elektronische Schlüsselfach, das jetzt die Zeit und die km festhält und via Mobilfunk an die Zentrale übermittelt. Man verlässt das Auto, zieht die Chipkarte über das Lesefeld am Fenster und fertig. So einfach ist es Carsharing zu nutzen. Eine wirklich feine Sache.

Man bezahlt nur die Zeit, die man auch nutzt und nur die Kilometer, die man auch gefahren ist. So nutzen viele Menschen die gleichen Autos und bezahlen jeweils ihren genutzten Anteil. Gemeinsam haben wir einen riesengroßen Fuhrpark auf den wir jederzeit zugreifen können. Es sollen derzeit rund 3.500 Fahrzeuge in der Flotte sein. Respekt. Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen das Carsharing nutzen, einfach, weil es so umweltfreundlich ist.

Mein Mobilitätsverhalten im Alltag

Weite Strecken möchte ich weiter mit der Bahn fahren, einfach weil es bequem und entspannend ist und ich im Zug die Zeit nutzen kann, etwas zu lesen, mich mit Leuten zu unterhalten, die Landschaft anzusehen, mich über eine selten vorkommende Verspätung aufregen. Außerdem liebe ich es in der Bahn gemütlich Kaffee zu trinken und die Zeitung zu lesen. In der ersten Klasse liegt die immer aus und wenn man seine Reise frühzeitig bucht ist die erste Klasse sogar günstiger als das Tagesticket der zweiten Klasse. Es heißt also seine Fahrten frühzeitig planen, dann bekommt man mehr Leistung.

Kurze Strecken zum Beispiel mit Koffer zum Bahnhof fahre ich weiter mit dem Taxi, auch wenn es im Winter mal besonders kalt ist und ich zu tanzen möchte. Es sind "Einzelfälle" im Monat, die zigfach günstiger kommen als ein eigenes Auto. Wir in Waiblingen haben übrigens ein sehr gutes "City-Taxi", die sehr flott immer da sind, freundlich, zuvorkommend. Die Preise sind bei allen Taxis sowieso gleich. Ich erlaube mir mal hier Werbung für "City-Taxi" in Waiblingen zu machen - einfach aus Überzeugung - schaut Euch hier mal die Homepage an: http://www.city-taxi-waiblingen.de/

Und dann gibt es noch das Flugzeug. Ich fliege sehr sehr gerne, aber fliegen gehört zu den umweltschädlichsten Verkehrsmitteln. Es reizt natürlich schon, immer irgendwohin zu fliegen und die Billig-Angebote wollen einen ständig verführen zu fliegen. Ja, auch ich erliege ab und zu diesem Reiz. Aber ich mache dann doch lieber Urlaub in Deutschland, alleine schon, damit das Geld im Land bleibt und unsere Dienstleister gestärkt werden.

Martin Brotzler im BusBus fahre ich gar nicht gerne. Das gebe ich unumwunden zu. Um ganz ehrlich zu sein, ich "hasse" Bus fahren. Die Busfahrer kommen glaube ich alle aus dem Rennsport, heizen durch die Gegend - vor allem in die Kurven - man wird hin- und hergeschleudert, insbesondere wenn man "mal wieder" keinen Sitzplatz bekommt. Einkäufe mit dem Bus erledigen ist vollkommener Quatsch, die Tüten fliegen da nur so durch die Gegend - zumindest in Waiblingen ist das so. Wie gesagt, Bus fahre ich gar nicht gerne.

S-Bahn fahre ich wiederum sehr gerne, denn man kommt schnell, sehr günstig, ohne Parkgebühren und Stau und so gut wie immer pünktlich von einem Stadtteil zum anderen. Das Auto braucht meist länger, dann warten teure Parkhäuser und ständiger Stau in Stuttgart. Die S-Bahn ist ein sehr gutes Verkehrsmittel. Sperren wir doch die Stadt komplett für die Autos? hehehe (Späßle)

Und Fahrrad fahre ich auch sehr gerne, aber weniger als Fortbewegungsmittel sondern vielmehr als Enspannungsmittel. Eine schöne Fahrradtour mit 3 Stunden macht den Kopf frei, ist gesund, bringt genügend Bewegung, entspannt ungemein und ich liebe es von Waiblingen nach Bad-Cannstatt zum Neckar und dann zum May-Eyht-See Richtung Aldingen und Neckarrems zum Bootshaus und weiter bis nach Marbach und zurück zu fahren. Das ist übrigens meine Lieblingsfahrradstrecke.

Trotzdem fehlte mir alle die Jahre eines - größere Dinge mit dem Auto einkaufen. So zum Beispiel mal Getränkekisten, eine Fahrt zum Wertstoffhof, im Winter in die Liebfrauenkirche nach Bad-Cannstatt, zum grillen an den Aichstrutsee oder Ebnisee oder wohin auch immer, selbst der Baggersee in Plüderhausen ist ohne Auto eigentlich nicht zu erreichen, vor allem nicht spontan. So blieb immer nur das Freibad Waiblingen. Nun, und mit den Kinder - wenn diese am Wochenende auf Besuch kommen - einen Ausflug zu machen, einen Waldspaziergang oder auch mal Verwandschaft besuchen. Also wir stellen fest. Ein Auto ist ab und zu eine tolle Mobilität, aber ständig vor der Türe brauche ich es auch nicht, das wäre in meinem Fall sehr unwirtschaftlich. Zudem habe ich auch schlicht keine Lust mich um Service, Wartung, Inspektion und Reparaturen zu kümmern oder mich über hohe Spritpreise aufzuregen.